1 Tag bis Nepal 2017.

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Auf dem Weg zum Endspurt

Nur noch ein paar Tage

Die letzten Tage vergehen wirklich wie im Flug und es dauert nun nicht mehr lange bis wir wieder in Deutschland sind. Gegen Ende haben wir sogar, wie auch schon angedeutet, noch ein paar sehr interessante Erfahrungen gemacht und auch noch vor uns.

Vorgestern sind wir in ein Dorf der Chepang gefahren. Diese Chepang sind die ärmsten der Armen in Nepal und leben in den Bergen. Sie gehören der untersten Kaste an und können deswegen nicht am gesellschaftlichen Leben teilhaben.

Mit einem gemieteten Kleinbus, der für mehr als 20 Personen alles andere als bequem ist, ging es über holprige Straßen zum Fuß eines Berges den wir erklimmen mussten. Von der Straße führte nur ein kleiner Trampelpfad den Berg hinauf, der die einzige Verbindung der dort ansässigen Chepang zum Alltagsgeschehen in Nepal ist. Nach ca. 10 Minuten erreichten wir das erste Gebäude, eine Schule. Hier gehen die Kinder bis in die fünfte Klasse und lernen ein wenig schreiben, lesen und sogar etwas Englisch. Regelmäßig können die Kinder die Schule aber nicht besuchen, da sie zum Teil einen fünf stündigen Fußweg haben und auch bei der Arbeit auf den Feldern helfen müssen. Die Lehrer werden vom Staat bezahlt und sind selber keine Chepang. Haben die Kinder die fünfte Klasse abgeschlossen hat nur ein ganz geringer Teil eine Möglichkeit zur Weiterbildung. Die Schule in der Wir schlafen ist Momentan die einzige Schule die für Chepang Kinder zugänglich ist und auch hier können „nur“ ca. 200 Kinder lernen.

Nachdem wir uns die Schule angeschaut haben und die für uns einfach unvorstellbare Lernsituation ansehen durften sind wir weiter gegangen und haben nach ca. weiteren 10 Minuten auf und ab das erste Wohnhaus erreicht. Die Häuser sind unvorstellbar klein und es gibt nichts außer einer kleinen Feuerstelle und einem Stein mit dessen Hilfe Maismehl gemahlen wird. Die Häuser bieten meist Platz für 10 Menschen und werden eigentlich nur im Winter benutzt. Dann sitzen die Familien den ganzen Tag um ein Feuer und haben sonst nichts zu tun. Im Sommer sind die Chepang den ganzen Tag draußen und bestellen ihre Felder. Angebaut wird nur Mais und Reis. Im Sommer essen sie immer Reis und im Winter kochen Sie Wasser mit Maismehl. Keine Gewürze kein Gemüse. Wenn man im Haus Feuer macht kann der Qualm nirgendswo abziehen und der ganze Raum ist komplett verqualmt. Die Chepang leben nur um sich zweimal am Tag ein bisschen Reis kochen zu können. Für alles andere gibt es kein Geld.

Nachdem wir uns das erste Haus angesehen haben ging es weiter zum zweiten Haus. Hier wohnte sogar ein Schüler der “Navodaya School“, unserer Schlafstätte. Das nächste Haus war dann eine gute halbe Stunde zu Fuß entfernt und einige blieben zurück weil es ihnen zu anstrengend wurde. Der Weg führte uns durch einen Fluss entlang der Reisfelder. Eine wahnsinnig schöne Landschaft die einen sehr starken Kontrast zu der dortigen Armut darstellt. Nachdem wir durch den Fluss gewatet sind und den nächsten Berg erklommen haben kamen wir zu dem letzten Haus was wir und angeguckt haben. „Zwiebel“, einer der Mitreisenden hatte eine Kamera dabei die direkt Fotos ausdrucken kann und hat damit einigen Chepang eine riesen Freude bereitet. Vor uns waren wohl höchstens 5 Touristen in dieser Gegend unterwegs sodass eine Horde weißer Europäer mehr als nur ein ungewöhnlicher Anblick für die Einwohner dieser wunderschönen Gegend ist.

Dieser Trip war wohl einer der Höhepunkte unserer Reise und gibt einem selber natürlich wahnsinnig viel zu denken, denn ich glaube das wohl kaum einer von uns auch nur eine Woche mit den Chepang tauschen möchte.

Auf der Baustelle geht es kräftig voran. Wir haben heute und gestern sehr viel geschafft und die Motivation nimmt zu Ende immer mehr zu. In unserm Klohäschen sind die Türzargen eingesetzt und am Montag kommt das Dach das wir dann hoffentlich nachmittags schon aufsetzten können. Es fehlen noch 6 Steinreihen. Das sollte auch für uns ungeübte Maurer irgendwie zu machen sein. Das Dach des Krankenhauses ist fast fertig gesäubert, sodass wir am Dienstag als letzte Aktion ein Drittel des Dachs mit Wasserfesten Beton versiegeln und Abschrägen können. Dann kann bald schon die Solaranlage installiert werden. Trotz allem fehlen uns jetzt die ersten Tage in denen wir nicht viel tun konnten und wir werden leider nicht alles ganz fertig stellen können. Da müssen wir wohl wiederkommen! So soll es sein. Ich denke wir werden wieder genug Mitfahrer haben!

Morgen spielen wir gegen eine andere Schule Fußball. Das wird spannend und danach treffen wir noch Nepalesische Scouts aber auch dazu in den nächsten Tagen genaueres.

Für heute Schluss, die Fußballgötter mögen uns beistehen!!!

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