1 Tag bis Nepal 2017.

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Besuch der Grundschule

Besuch der Grundschule

Irgendwie müssen wir jeden Tag früher aufstehen: 6:30 Uhr. Komische Ferien, meint Simon. Stimme ihm zu. Aber das frühe Aufstehen hat seinen Grund. Wir haben ein strammes Programm vor uns. Wir wollen uns die zu reparierende oder neu zu bauende Grundschule anschauen und dann wurde uns noch angeraten, bei der Gelegenheit und wenn wir eh schon unterwegs seien, Pokhara anzuschauen. Wohl auch weil Milena, Rukku und Reenu ihre letzten Tage hier haben und noch etwas sehen sollten. Wir haben ja auch gelernt, dass man Father Michael und den Sisters nicht widersprechen sollte, wenn es um Freizeitgestaltung oder Essen geht. Spaß beiseite.

Das Angebot, den Wagen und Kishor einen weiteren ganzen Tag für uns in Beschlag zu haben, ist neben der freien Unterkunft und der Verpflegung wirklich so nett und generös, das mir tatsächlich die Worte fehlen (wer mich kennt, weiß, dass das selten vorkommt). Ganz ehrlich – ich komme mir vor wie ein Teil ihrer Familie. Wirklich gut. Musste jetzt auch mal gesagt werden. Zurück zu unserem Tagesprogramm.

Unsere aus sechs Personen bestehende Gruppe (keine Überbelegung des Fahrzeugs) fuhr nach kurzem Frühstück um 7:30 Uhr zur Schule nach Khalikola. Der Weg, den wir im Herbst vermutlich jeden Tag nehmen werden. Zirka eine Stunde Fahrt mit dem Bus und dann geht’s in die Berge. Nicht lange, aber steil… Oben angekommen sind wir ganz schön aus der Puste. Hat sich aber nach fünf Minuten wieder gelegt. Ein erster Blick auf die Gebäude mit dem mittlerweile geschärften Erdbebenblick sagt uns: sieht auf den ersten Blick nicht schlimm aus, aber der zweite Blick kann alles ändern. Und richtig. Die Innenwände sind völlig zerstört und die Außenwände haben auch in den tragenden Teilen Risse. Beim kleineren, hinteren Gebäude sind sogar die Außenwände eingestürzt. Immerhin das kleinste der drei Gebäude schein verschont geblieben zu sein. Dies wird eine wirklich sportliche, aber machbare Herausforderung. Dass wir hier mit wenig Materialeinsatz – die Wände sind aus Naturstein und Lehm gebaut – viel erreichen können, ist eine weitere Erkenntnis, die wir bergab tragen. Es ist 11:30 Uhr und das touristische Programm beginnt.

Auch wenn Ruth uns gewarnt hatte – wir fahren noch nach Pokhara. Noch mal zirka zwei Stunden Fahrt. Kishor hält das erste Mal an den Devil Falls. Ein Wasserfall, der in einem hundert Yards tiefen Loch verschwindet. Hübsch, aber nicht übermäßig spannend. Wir essen Mittag in einem Restaurant und stellen fest, dass tatsächlich kaum Touristen da sind. Dann haben wir wenigsten den See für uns alleine. Dem ist auch so. Der See ist imposant, aber leider ist es so diesig, dass man den Anapurna und den Himalaya nicht sehen kann. Das Spannendste waren wirklich die badenden Wasserbüffel. Schade. Aber immerhin verpasst uns Kishor noch einen ordentlichen Kulturschock. Rukku und Reenu möchten noch Abschiedsgeschenke kaufen und so landen wir in einer Shoppingmall. Kein Spaß. 100 Meter daneben sitzen die Menschen in Holzhütten. Kein Kommentar….. Diesen Nachmittag hätten wir womöglich auch produktiver gestalten können. Egal. Wir haben trotzdem viel vom Land gesehen.

Um zirka 18:00 Uhr sind wir wieder in Tandi. Die drei Mädels müssen noch Besorgungen erledigen und so helfen Simon und ich Kishor dabei, die Lebensmittel für eine Verteilungsaktion in einem der Dörfer in den Bergen zu besorgen. Endlich was Sinnvolles. Bei der ersten Tour laden wir 20 Sack Bohnen und 27 Kartons Öl ein. Nach dem Abladen in der Schule bieten wir Kishor an, auch bei der zweiten Tour zu helfen und er freut sich sehr darüber. Hat er, nachdem er uns den ganzen Tag chauffiert hat, wenigstens etwas früher Feierabend.

Wir gehen duschen und zum Abendessen. Es wird noch ein bisschen Abschied gefeiert und Geschenke verteilt. Etwas seltsame Stimmung, aber das haben Abschiede ja so an sich.

Apropos Abschied – heute kommt Ihr mit einem kurzen Bericht davon. Wir haben aber tatsächlich fast nur im Auto gesessen. In unseren Köpfen arbeitet es aber. Der Herbst rückt näher. Es wird bestimmt schön. Aber auch schön anstrengend. Morgen gehen wir noch einmal Lebensmittel verteilen und unser Werkzeug durchsehen. Abschließende Gespräche mit dem Father und Ruth führen.

Gute Nacht.

 

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