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Die erste Woche ist fast vorbei

Sehr geehrter Herr Bundespräsident,

wir, eine kleine verwegene Schar von 26 Scoutern, sind hier für drei Wochen in Nepal. Nicht nur um den Menschen unter die Arme zu greifen, sondern auch um etwas von Land und Leuten zu erfahren und auch ihre Bräuche zu verstehen. Heute war wieder so ein Tag an dem wir etwas Bemerkenswertes gelernt haben.

Die Nepalesen scheinen sowieso recht viele Feiertage zu haben. Gestern war so einer. Und weil alle Nepalesen diesen Tag so friedlich und glücklich begangen haben wurde bereits gestern von der Regierung verkündet, dass heute noch ein Feiertag ist. Das hat alle sehr gefreut. Diese Spontanität würde ich mir auch von Ihnen sehr wünschen. Mein Vorschlag wäre an dieser Stelle der 13. November. Dann könnten wir nach unserer Rückkehr einen Tag mehr ausspannen und würden uns in Deutschland genauso gut fühlen wie in Nepal.

Spaß beiseite.

Die erste Woche ist fast vorbei, und was für eine: Nicht nur, dass wir unsere Lebensweise den hiesigen Gegebenheiten angepasst haben. Auch unsere Betätigungsfelder haben sich, da die Lieferung des Fußbodens sich weiterhin verzögert, ja verändert. Wir haben diese Woche hauptsächlich an der Dachentwässerung gearbeitet. Damit das Regenwasser (von dem wir bei Temperaturen deutlich über 30 Grad gerne mal etwas sehen würden) nicht weiter in die Fundamente des Krankenhauses läuft, wurden mit Hacke und Schaufel fast 100 m Gräben für die Entwässerungsrohre gebuddelt. Diese, mit dem amtlichen Gefälle von 2 Grad, in ein Sandbett verlegt und das Ganze dann wieder zu gebuddelt. Und weil wir sowieso dabei waren haben wir noch diverse Wasserabläufe aus dem Krankenhaus mit an dieses System angebunden.

Das hat uns aber noch nicht gereicht. Wir haben einen Waschplatz für das Putzpersonal gebaut und hoffen, dass jetzt nicht mehr auf dem Dach gewaschen wird. Das hört sich so einfach an, ist es aber unter den hiesigen Bedingungen nicht. Gestern haben wir mit 15 Frau / Mann die Fundamente für die Bodenplatte gegraben, nivelliert, Schalung gebaut und das erneut mit richtigen Gefälle in Richtung Abfluss gegossen. Feierabend war da leider mit entsprechenden Pausen erst um 16:00 Uhr. Aber dafür ist das Thema abgehakt.

Zur Belohnung haben wir dann heute nur kurze Zeit auf der Baustelle verbracht und sind danach in kleinen Gruppen nach Sauraha in den Chitwan Nationalpark gefahren. Also auch so etwas wie ein Feiertag. Zumal es heute auch das erste Mal Brot zum Frühstück gab…

Neben diesen Großbaustellen sind wir im Krankenhaus bereits als Hausmeister und gute Geister für alles Mögliche da. Eine Schraube hier, einen Schrank verrücken und daneben noch Kleinigkeiten, die uns so auffallen, wie z.B. die Schrauben an einer Handwasserpumpe erneuern.

An der Schule haben wir begonnen den Computerraum neu herzurichten. Welche Aufgaben wir nächste Woche angehen werden klärt sich heute Abend bei einer Besprechung.

Morgen erwarten wir auch unsere erste „Reisegruppe“ um Daniel wieder zurück. Was wir bisher gehört haben soll da wohl nicht nur eine Menge erlebt worden sein, sondern auch viel Spaß drin gewesen sein. – Wir warten gespannt auf die Berichte.

Die zweite Gruppe um Simon wollte eigentlich gestern zu einer drei tägigen Wanderung ins Gebirge aufgebrochen sein. Leider hat sich Simon den Magen verdreht, so dass die Gruppe erst morgen startet. Ansonsten sind alle wohl auf und bis Mückenstiche ist nichts passiert.

Einziges zu verkraftendes Manko ist die Tatsache dass die Internetverbindung sich unseren Anforderungen nicht gewachsen zeigt. Es ist schwierig und langwierig Dinge hochzuladen oder eine dauerhafte Verbindung herzustellen. Daher beschränken wir uns im Blog dieses Mal nur auf Text. Bilder gibt es täglich auf Facebook für jeden zugänglich unter:
https://de-de.facebook.com/ScoutingBonn/

Zu guter Letzt sei erwähnt, dass Sascha es schon bis in die lokale Zeitung geschafft hat. Und das völlig zu Recht, die ruhige, freundliche und geduldige Art mit der er sein Fachwissen vermittelt, kommt bei allen sehr gut an.

So das war‘s – hier der link zu Zeitungsartikel: https://ratnanagarnews.com/?p=3715

Bis bald - Jan 

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