1 Tag bis Nepal 2017.

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Ein bisschen Wut, Abschied, Kathmandu Valley

Wir haben schon länger nichts mehr von uns hören lassen, deswegen gibt es heute einen ausführlicheren Beitrag.

Wegen der schon chronologisch sortierten Überschrift komme ich als erstes zum Thema Wut. Aber keine Sorge es war nur ein temporärer Anfall.

Wir wollten ein Teil des Daches des Krankenhauses bearbeiten. Also sind wir alle extra früh los um zeitig anzufangen. Ganz zum Leiden des Ingenieurs. Er kam erst zu spät, dann musste er sich erst rasieren und obwohl ich ihm die Ansage gegeben hatte das es in 10 Minuten los gehe, hat es noch über eine Stunde gedauert. Zuerst muss ja noch das Dach ausgemessen werden um das gewünschte Gefälle hinzukriegen. Aber mit uns Beton-wütigen im Nacken hat er wohl gespürt das er jetzt mal endlich Dampf geben musste. Zum Glück kam Rabi, ein nepalesischer Freund an dem Tag auf die Baustelle und hat geholfen alles auszumessen sodass er uns vor schlimmeren bewahrt hat. Mit zwei halb angetrockneten Ladungen Beton ging es dann aber endlich los. Wir haben ordentlich gemengt, verteilt und „geschubkarrt“. Wie schon erwartet war die Einschätzung des Ingenieurs, das wir 10 Sack Zement benötigen völlig falsch und seine Zusicherung wir können seinen Zement benutzen revidierte er dann auch plötzlich. Jetzt sind wir beim Punkt Wut angelangt und der kam dann auch kurz, in Form einer verbalen Auseinandersetzung, heraus. Danach ließ sich der Ingenieur nicht mehr blicken. Durch Ruths spendable Hand, die direkt Zement nachgekauft hatte, konnten wir  das Dach doch noch fertig stellen.Dabei war der Vorarbeiter eine große Hilfe.  Jetzt kann eine Solaranlage installiert werden. Tagesziel geschafft!

Am Toilettenhaus hatten wir währenddessen den Rest auf gemauert und die Dachstreben eingegossen, an denen die Wellblechplatten befestigt werden.

Gegen 17.oo Uhr waren wir mit allem fertig und auch ziemlich geschafft. Trotz allem aber glücklich das wir noch so viel fertig stellen konnten.

 

Mittwoch war unser letzter Tag in Chitwan. Die meisten sind im Lager geblieben und haben ihre Sachen gepackt. Einige von uns mussten aber noch auf die Baustelle um das Toilettenhausdach anzubringen, die Werkzeuge zu verpacken und aufzuräumen. Um halb vier hatten wir eine kleine Abschiedsrunde am Krankenhaus geplant und als die ersten Gäste eintrudelten haben wir grade den letzten Stein gesetzt. Perfektes Timing. Suresh, ein angestellter von Ruth hat uns mit Hilfe der Chepang Damen sehr schön bekocht. Natürlich war auch Bobby mit den beiden Schwestern aus der Navodaya School anwesend. Dazu kam noch Vater Cherian der Leiter der Schule in der wir Fußball gespielt hatten. Nach einer kurzen Dankesrede von Jan haben wir alle zusammen Fotos geschossen und dann auf dem Dach des Krankenhauses in der untergehenden Sonne gegessen. Ruth war zu Tränen gerührt als wir uns verabschiedeten und bei der Stimmung konnten wir sogar dem Ingenieur einen Händedruck nicht verwehren.

Am nächsten Tag ging es leider weiter mit dem Abschied nehmen. Bobby und die Mädels waren an der Reihe. Wir waren alle den Tränen nahe denn diese Personen sind uns in den paar Wochen doch sehr ans Herz gewachsen. Um es mit Bobby`s Worten zu sagen: „Take it easy! Someday we´ll meet again!“

Mit dem Bus ging es über die Holperstraße (ca. fünf Stunden) nach Kathmandu, wo wir abends alle recht schnell ins Bett fielen.

Für die nächsten Tage hatten wir Kulturprogramm geplant denn in Kathmandu und Umgebung kann man Jahre damit verbringen Tempel anzuschauen, Stupas zu besichtigen und jede Menge andere interessante Sachen zu besuchen.

Das Kathmandu Valley, so heißt das Tal, besteht aus drei alten Königstädten: Kathmandu, Patan und Bhaktapur. Diese Städte waren früher sehr bedeutende Handelszentren in Asien. Heute sind die schönen Paläste und religiöse Bauten für Touristen restauriert worden. Trotzdem leben auch noch einige Mönche und auch viele Privatpersonen in den alten Gebäuden. Besonders Patan und Bhaktapur erinnern mit ihren vielen verwinkelten Gässchen und Backsteingebäuden an orientalische Städte. Überall findet man kleine Tempel, Opferschreine und Gottesbildchen. Auch in den wirklich sehr touristischen Teilen dieser Städte leben die Nepalis und kaufen dort  Ihre täglichen Waren. In Bhaktapur zum Beispiel befindet sich vor dem höchsten Tempel der Stadt ein großer Gemüsemarkt und bei jedem Kunsthändler kann man auch Töpfe und andere Alltagsgegenstände erwerben. Das Kunsthandwerk ist eine weitere große Attraktion im Kathmandu Valley. Überall kann man kleine Bronzefiguren erstehen, die Buddah oder irgendwelche Götter in verschiedensten Posen darstellen. Außerdem verkaufen die Händler Silberschmuck, Holzschnitzereien, Gemälde, Öllämpchen, die traditionellen Kuckuri-Messer und viele andere Kleinigkeiten.

Die alten Tempelanlagen sind so aufwendig und Detailverliebt errichtet, dass man  aus dem Staunen gar nicht mehr heraus kommt. Immer wieder gibt es neue kleine Besonderheiten zu entdecken und denkt man grade man hat den Interessanten Teil der Stadt verlassen, steht man plötzlich schon wieder vor dem nächsten kleinen Tempel. Die vielen Eindrücke die wir hier gekriegt haben lassen sich in einem Blogeintrag gar nicht recht vermitteln. Das holen wir dann bei unserem Fotovortrag nach. Alles in allem aber war auch Kathmandu Valley wirklich schön und Eindrucksvoll. Jetzt schon nach Hause möchte wohl keiner. Da wir aber müssen, verabschieden wir uns für heute und freuen uns natürlich auch ein ganz kleines bisschen auf Graubrot, Sprudelwasser und um die Vollständigkeit zu wahren, auch auf Eltern und Freunde.

Bis Bald und Grüße aus der Sonne!

An die Eltern: Bringt bitte Pullover und Jacken mit zum Abholen.



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