52 Tage seit Nepal 2017.

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Endspurt - Ehrung - Essen - Elfmeter - Erkunden

Mittwoch der 08.11.2017 10:30 Dachterrasse Hotel Buddha Kathmandu 23 Grad und Sonnenschein.

Wer das liest und unsere Projekte seit 2013 verfolgt hat wird wissen was das bedeutet. Wir sind auf dem letzten Stück unserer diesjährigen Nepaltour angekommen. Seit dem letzten Blogeintrag ist viel passiert. So viel das ich Sorge habe etwas zu vergessen. Aber ich versuche es.

Zunächst zum „Geschäftlichen“: Wir haben alle Arbeiten die wir begonnen haben erfolgreich zum Abschluss gebracht. Alle erneut aufzuzählen erspare ich dem geneigten Leser. Wir werden darüber in Bonn berichten und Bilder zeigen.

Unsere gesamte Ausrüstung die in Nepal bleiben wird ist gereinigt, in Stand gesetzt und katalogisiert. Es ist mittlerweile wirklich eine ganze Menge an Werkzeug und Material (eine Liste mit über 200 Positionen. Von der Schraube über die Kreissäge hin zum Tarp und der Waschwanne und zurück). Die von uns genutzten Räume in der Navodaya School sind gereinigt und an die Sisters übergeben worden.

Zum „Gesellschaftlichen“: Samstag sind wir von Father Michael und den Sisters in Ihr Haus zum Essen eingeladen worden. Neben uns war Ruth, Devendra (der Präsident des Krankenhauskomitees) nebst Familie sowie Dr. Fredi ebenfalls mit Familie eingeladen. Die in Nepal gerne zu solchen Anlässen geschwungenen Reden haben sich in Grenzen gehalten. Unsere nepalischen Freunde kennen uns nun schon lange und wissen dass das Augenmerk der Scouter bei solchen Gelegenheiten eher dem Essen gilt. Und das gab es reichlich. Zum ersten Mal seit zwei Wochen Fleisch und zum Nachtisch einen unfassbar süßen Milchquarkobstmitnochmehrzuckernachtisch. Fazit alle glücklich und satt. Leider aber auch das letzte Mal in diesem Jahr das wir Father Michael gesehen haben. Er musste am nächsten Tag nach Indien. Er ist uns wie immer eine wirklich große Hilfe gewesen und wir sind ihm sehr dankbar dass wir seine Schule und die Einrichtungen so umfänglich, problemlos, selbstverständlich und unentgeltlich nutzen dürfen.

Sonntag war der nächste offizielle Termin für die ganze Gruppe. Devendra hat uns im Namen des Krankenhauskomitees zu einer Ehrung und anschließendem Essen geladen. Hier waren, neben Ruth, das Krankenhauskomitee, die Ärzte des Hospitals, Presse, Fernsehen auch Vertreter des Gesundheitsministeriums sowie lokale Politiker anwesend. Wie schon befürchtet wurden hier viele Reden gehalten in denen wir und unsere Arbeit gelobt wurden und zum Ausdruck gebracht wurde das wir jederzeit, egal ob zu Besuch oder zu neuen Projekten, gerne gesehen sind. Neben einer offiziellen Dankesurkunde haben wir eine Rhinofigur bekommen (Das Rhino ist Symboltier der Region Chitwan) das wir doch gerne neben unserem Wolf in unser Logo aufnehmen dürften. Dies und die Tatsache das jeder von uns ein Nepali Topi geschenkt bekommen hat (ein traditioneller Hut der unter anderem die Gemeinsamkeit der vielen Ethnien Nepals dokumentieren soll) zeigt das wir nun wirklich im Leben der Menschen hier angekommen sind und deutlich mehr sind als nur Touristen oder irgend eine Jugendgruppe. Dies und die Tatsache das es schon wieder reichlich und gutes Essen gab hat auch diesen Abend zu einem vollen Erfolg werden lassen.

Zum „Sportlichen“ Unser Besuch an Bobbys Kinderheim war wirklich schön. Die Kinder haben sich über die mitgebrachten Ballons und ein paar Gummibärchen sehr gefreut. Auch das Fußballspiel haben sie mit Freude begleitet. Zumal wir erneut als Verlierer vom Platz gegangen sind. 1:3 war das Ergebnis. Allerdings waren wir schwer ersatzgeschwächt. Eine Gruppe mit einigen der besten Spieler war noch in den Bergen wandern. Bobby wusste das und ich kann nicht ausschleißen das das der Grund für den Zeitpunkt des Spieles war….. Egal wir hatten alle mächtig Spaß und darauf kommt es an.

Auch beim zweiten Spiel am Montag sollte es Spaß machen. Aber um dem Wunsch mehr Ausdruck zu verleihen doch einmal als Sieger vom Platz zu gehen habe ich für dieses Spiel eine Siegprämie ausgerufen. Die ganze Gruppe wird in Deutschland zum Burger Essen eingeladen. Dieser zusätzliche Motivationsschub schien zunächst zu wirken. Auch unsere Spielaufzeichnung mit der Drohne aus der Luft und die daraus resultierende Verwirrung des Gegners schien zu helfen. Wir haben das Spiel lange offen gehalten aber schlussendlich dennoch 0:2 verloren. Es war aber bisher unser tatsächlich bestes Match in Nepal. So musste aber auch bei diesem Spiel am Ende der Spaß die Belohnung sein. Und den hatten wir. Ebenso die Schüler. Die freuten sich über eine Kaskade an Luftballons die wir bei Abpfiff über die Brüstung der Schule gekippt haben. Danach gab es von Ruth noch eine Dankeschöntorte (MIT SAHNE) so dass wir diesen, unseren Letzten Abend in Tandi, glücklich und zufrieden, singend auf dem Dach der Schule beendet haben. Ich hatte das Gefühl das alle mit Stolz, Freude und Zufriedenheit ihre Zeit in Tandi beenden und sich auf die letzten gemeinsamen Tage in Kathmandu freuen.

Zum Thema Fußball bleibt mir nur zu sagen dass wir an diesem Teil des Projektes noch am meisten Arbeiten müssen. Wenn jemand zufällig Thomas Müller oder so kennt – wir würden uns freuen Ihn als Teil des Teams beim nächsten Mal dabei zu haben….. Über die Essenprämie denke ich dennoch weiter nach J

Gestern – also Dienstag – hieß es dann Abschied nehmen von der Schule und allen Menschen (sowie dem Hund) mit denen wir zwei Wochen unsere Zeit verbracht haben. Wir haben vor Abfahrt noch ein gemeinsames Photo mit allen Schülern gemacht und sind um 09:30 Uhr Richtung Kathmandu abgebraust. Die Strecke von ca. 150 km haben wir in einer rekordverdächtigen Zeit von 7 Std. hinter und gebracht. Das ist tatsächlich kein Spaß sondern wirklich schnell. Um 17:00 haben wir im Hotel Buddah eingecheckt und alle haben sich über das wirklich gute und saubere Hotel mit schönen Zimmern gefreut. Es ist seit unserem letzten Besuch 2013 komplett saniert und verschönert worden.

Heute Morgen nach dem Frühstück haben sich viele in kleinen Gruppen zu den verschiedensten Sehenswürdigkeiten aufgemacht und ich bin mir sicher sie werden viel entdecken. Bestimmt wird auch das ein oder andere Mitbringsel geshoppt. Morgen wird die Stadt weiter erkundet und übermorgen ist dann leider auch schon die Rückreise.

Ein Fazit? Gibt es  an dieser Stelle von mir noch nicht. Es sind noch zu viele Eindrücke und Gedanken die sortiert werden wollen. Nur eines ist klar: Für mich wird es nicht der letzte Besuch in diesem Land gewesen sein. Und unbedingt als Scouter und mit Scoutern. Einer Gruppe von Menschen von 13 bis 49 Jahren die so vieles kann. Arbeiten und Spielen, Entdecken und Entspannen, Ernst sein und Spaß haben. Und, und das finde ich immer wieder am Beeindruckensten, als Gemeinschaft und Gruppe Aufzutreten und zu Funktionieren und es dennoch zu schaffen das jeder Einzelne seine Eigenheiten, Stärken und auch Schwächen haben und auch ausleben kann. Die daraus resultierende Energie, das Vertrauen und die Lust machen ein Projekt wie dieses erst möglich.  Ich bin dankbar und stolz darauf Teil davon zu sein.

War das jetzt doch so etwas wie ein Fazit. Egal - Sollte es aber nicht sein. Ihr bekommt später noch eins.

Und sonst?

Der Boden ist noch irgendwo. Wir machen uns Gedanken darum wenn wir wieder in Bonn sind.

Den Elfmeter in der Überschrift gibt es nur wegen der Überschrift

- Wir freuen uns auf zu Hause, würden es wohl aber noch ein bisschen hier aushalten… 

- Bringt bitte warme Klamotten mit zur Abholung in der Sibylle

Zum letzten Mal für dieses Jahr einen warmen Gruß aus dem sonnigeren Land am Fuße des Himalaya - Jan

 

 

 

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