1 Tag bis Nepal 2017.

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Wir nehmen Fahrt auf

Nach den ersten noch etwas chaotischen Tagen haben wir mittlerweile einen geregelten Alltag.

Morgen ums 7 stehen wir auf um ab 8 Uhr auf der Baustelle sein zu können. Zwischen eins und zwei liefert unser Küchendienst das Mittagessen via Fahrrad auf die Baustelle und gegen halb fünf beenden wir die Arbeit.

 Zum Frühstück gab es heute eine heimische Wurzel aus dem Garten der Schule. Unsere rechte Hand „Bobby“, der unser Ansprechpartner in allen möglichen Fragen ist, wollte es sich nicht nehmen lassen uns ein Frühstück zu bereiten. Bzw. wohl eher bereiten lassen. Nach diesem Kulinarischen Ausflug machte sich die Hälfte von uns auf den Weg zur Baustelle um die Fundamente des schönsten Toilettenhäuschens in ganz Nepal zu gießen. Die andere Hälfte fuhr in den nahe gelegenen Nationalpark um von Elefantenrücken aus den Urwald zu erkunden. Aber dazu später mehr.

Als erstes das wichtigste. Ab morgen gibt es bei uns Brot zum Frühstück! Diese Errungenschaft haben wir Jan zu verdanken. Er ließ sich trotz einiger Rückschläge nicht abbringen eine Bäckerei aufzuspüren die uns ab morgen täglich frisches Brot liefert.

Die Baustelle hat uns heute pro Kopf mindestens 5l Schweiß gekostet. Bis zum Mittagessen war es noch entspannt. Wir haben Rohre verlegt, diese in Sandbetten gelegt und Verschalungen gebaut. Als unsere Baustelle dann endlich im Schatten lag und wir das Mittagessen hinter uns gebracht haben, ging es los mit dem Gießen. Wir bestellten einen Betonmischer und nach 5 Minuten war die ganze Arbeit getan.

Natürlich nicht!

Wir haben den ganzen Beton mit der Hand angerührt. Hierzu sucht man sich eine freie Stelle, und kippt Pro Ladung zwei Schubkarren Sand und eine Schubkarre Kies auf einen großen Haufen. Dazu kommt noch ein 50kg schwerer Sack Zement. Dann schaufelt man sich einen Krater in der Mitte Frei in den man einen Eimer Wasser kippt. Anschließend beginnt der sogenannte „Betontanz“. Zwei drehen sich im Kreis um den Haufen und schippen immer ein bisschen von dem festen Material in Richtung Mitte. Wenn das Wasser weg ist wird alles gut durchmengt, ein weiter Haufen gemacht und das Spiel beginnt von vorne. Pro Ladung macht man das viermal.

Bei dreißig Grad und 12 Ladungen Beton kann man sich ausrechnen wie viel Arbeit und Schweiß alleine in den Fundamenten stecken. Auch wenn wir krumme Rücken haben und leicht von der Sonne verbrannt sind haben wir heute sehr viel geschafft und sind froh und munter.

Nun zum später mehr: die Urwaldtruppe.

 Wir sind heute morgen in gewohnt nepalesischer Weise auf der Pritsche eines Geländewagens Richtung Chitwan Nationalpark aufgebrochen. Nach einer kurzen Programmverkündung in einer der vielen „Hotels“ dort sind wir auch gleich zum ersten Programmpunkt aufgebrochen, dem Elefantenreiten. Jeweils zu viert bestiegen wir einen Korb auf dem Rücken eines solchen Urwaldriesen und ritten über Stock und Stein quer durch den Nationalpark. Das ein oder andere Reh und auch ein Strauss haben wir gesehen, auf andere Tiere mussten wir noch etwas warten. Krokodile nämlich, die am Rand eines Flusses lagen und sich in der Sonne ausgeruht haben, während wir in einem Einbaum dieses Gewässer durchquerten. Glücklicherweise waren diese offenbar auch satt, so hatten wir keine Verluste zu verzeichnen. Wir  machten kurze Zeit später halt und schlugen uns zu Fuss  durch den Dschungel und machten uns auf die Suche nach Rhinos, also Nashörnern. Ein schweisstreibender, aber sehr aufregender und interessanter Marsch, an dessen Ende wir tatsächlich noch eine Nashornmutter mit ihrem Nachwuchs sehen konnten. Danach ging es durch die Elefantenbrutstation zurück zu unserem Pritschenwagen, mit dem wir dann rechtzeitig zum Abendessen zurück an der Schule eintrafen. 

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